Der Silberzehner: Ohne Risiko mit Silber handeln

Roth hatte während seiner Ausbildung am Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Gymnasium 1972 eine Strategie entwickelt und setzte diese für sich praktisch um.

1972 saß Roth im Geografie-Unterricht bei Professor Günther, von den Schülerinnen und Schülern als "Hupfi" verspottet, ob seines eigenwilligen Stils beim Gehen. Roth mochte ihn und Geographie. Südamerika war das Thema, die Wirtschaft und die Bodenschätze. Und die instabile politische Lage, die zu Streiks und bürgerkriegsähnlichen Zuständen führte.

In der Hosentasche, links, hatte Roth einige Münzen und betrachtete eine 10 - Schilling Münze: Den Silberzehner, wie er im Volksmund genannt wurde.

"Wie viel Silber steckt in so einem Zehner", war die Frage die sich Roth stellte.

64% lautete die Antwort.

Wenn es also in Südamerika "crasht" und die Welt Silber für Industrie und Münzen braucht, dann sollte der Wert des Silbers in einem Zehner den Nominalwert von 10 Schillingen übertreffen.

Gesagt getan.

Roth borgte sich Geld und wechselte das Papiergeld in Silberzehner (und Fünfer), deponierte die Münzen und wartete bis der Silberwert 11 Schillinge erreichte. Dann fuhr Roth in die Schweiz, per Bahn, denn er war noch nicht alt genug für den Führerschein, mit dem Rucksack voller Silberzehner und verkaufte diese gegen Vorkasse an eine Silberscheideanstalt in Zürich.

Das Papiergeld wechselte Roth in Österreich in Silberzehner, die er in der Schweiz verkaufte usw. usw. Roth kaufte ein erstes Auto, das er nicht fahren durfte und ließ sich in die Schweiz chauffieren. Im Oktober 1972 machte er den Führerschein und lieferte Silbermünzen, manchmal 2-Mal pro Woche in die Schweiz. Bis er 1974 sein Abitur (seine Matura) machte und für 2 Jahre ehrenamtlichen Dienst leistete.